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Kulturelle Grundausrichtung

¬ Geschichte im Dialog einbinden
Grażyna Kulczyk legt großen Wert auf ihre Rolle als Botschafterin für die zeitgenössische polnische und mittelosteuropäische Kunst, die lange Zeit aus dem Kanon ausgeschlossen wurde und von der Mehrheit der westlichen Kritiker und Sammler angesichts des besonderen politischen Umfelds der ehemalige Ostblockstaaten übersehen wurde. Über diese allgemeine Ambition hinaus spiegelt ihre Sammlungsstrategie zwei Hauptinteressen wider: Internationale Künstler ergänzen die Sammlung, eröffnen neue Perspektiven und heben Kontraste zwischen Werken hervor, verweisen aber auch auf Parallelen und Fragen zu den vielfältigen und komplexen Beziehungen zwischen Ost und West. Diese erweiterten Perspektiven und Kontraste innerhalb der Sammlung bilden die Grundlage für die Kommentierung komplexer und zeitgemäßer globaler Anliegen. Die spezifische Frauenperspektive in der Sammlung fügt den Bemühungen von Grażyna Kulczyk eine klare feministische Mission hinzu, deren eigene Geschichte als selbständige, kreative Unternehmerin die Grundlage für ein tiefes Verständnis und eine emotionale Verbindung zu Fragen bildet, die Frauen in ihrer künstlerischen Praxis stellen. Ihre Sammlung lebt von diesem Interesse, indem sie Partizipation einlädt und fördert und zur Anerkennung und größeren Sichtbarkeit von Frauen beiträgt - als Künstlerinnen und anderswo.

Muzeum Susch - Grażyna Kulczyk


ART STATIONS FOUNDATION
von Grażyna Kulczyk

¬ Perspektiven eröffnen
Die ART STATIONS FOUNDATION von Grażyna Kulczyk wurde 2004 als Kulczyk-Stiftung gegründet. Sie unterstützt innovative Entwicklungen in Kultur und Kunst und bietet Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, sich mit lokalen Gemeinschaften auszutauschen. Die Mission, Kultur und Kunst zu popularisieren und ihre Verfügbarkeit für ein breiteres Publikum zu erleichtern und zu erhöhen, wurde durch verschiedene Ausstellungsprojekte und Stipendien der Stiftung, die sich auf die Gegenüberstellung polnischer und internationaler zeitgenössischer Kunst konzentrierten, konsequent umgesetzt. Indem sie neue künstlerische Strömungen aufgreift und sich mit ästhetischen und theoretischen Untersuchungen beschäftigt, bieten die Aktivitäten der Stiftung neue Perspektiven für die Betrachtung der Sammlung und darüber hinaus. Seit 2017 operiert die Stiftung sowohl aus Polen als auch aus der Schweiz.

ASF Webseite

↘ DAUERHAFTE ORTSSPEZIFISCHE
INSTALLATIONEN

Sara Masüger

∂ ≈ Δ

Inn Reverse (2018)

“Masüger sees the body as a malleable entity that she distorts through casting. […] She moves figuration toward an indistinct state, and in this visible transformation the work becomes poignant.”

Sara Masüger at Freymond-Guth, Zurich by Aoife Rosenmeyer
Art in America
March 20, 2014

Die ortspezifische Installation von Sara Masüger für MUZEUM SUSCH ist gleichzeitig Skulptur, Architektur und Landschaft. Unter dem Boden der Eingangshalle der Bieraria Veglia verläuft ein enger Tunnel durchzogen mit skulpturalen Formen, die die natürlichen Felsformationen des Engadins widerspiegeln. Dieses künstliche Grotto öffnet sich am anderen Ende des Gebäudes zum Flussufer und überträgt das Rauschen des Wassers in das Museum. Masüger schuf ein meditatives Erlebnis, bei dem der Klang von seiner Quelle getrennt und übertragen wird in eine skulpturale Passage, in der sich Licht- und Dunkelbereiche treffen – Klang, Licht, Dunkelheit, alles wird zu Material in ihrer Arbeit, zusammen mit den weißen Kristallformen.

“Masüger’s work occupies a place within a lineage that includes Eva Hesse (material experiments and the processual), Louise Bourgeois (psychoanalytical work), Heidi Bucher (studies of spaces and their cathartic capacity) or even Alina Szapocznikow (a post-Surrealist idiom addressing the body trauma of the 20th century). What begins impulsively in the studio takes on its full material form only in the architectural space of the exhibition.”

Sara Masüger, Eavesdropping, Sticking and Falling Down - Features BY RAPHAEL GYGAX
Frieze
August 2, 2012

 

© Jürg Masüger & Muzeum Susch / Art Stations Foundation CH

“The artist reminds us that our bodies are at the forefront of important transformations, that they will increasingly be coupled with, extended, and heightened through implants, artificial parts, and interfaces.”

Tronc Mental at CAN Centre d’Art Neuchâtel
The Guardian
April 4, 2018

Der Hauptdarsteller von Inn Reverse ist der Fluss Inn, der der gesamten Region seinen Namen gibt (Engadin = Garten des Inn) und dessen eigener Name von den alten keltischen Wörtern en und enios (Wasser) abgeleitet wird. Eine der bestimmenden Aspekte von Masügers Praxis ist die physische Präsenz des Körpers, die die Form und Existenz vieler ihrer Arbeiten bestimmt. In Susch kann die Installation nur einzeln betreten werden, der Betrachter ist eingeladen zu einer intimen Begegnung mit einem der primären Elemente - dem Fluss, der nicht weit entfernt entspringt und als Nebenfluss der Donau bis zum Schwarzen Meer führt, einer der wichtigsten natürlichen Begrenzungen Europas. Inn Reverse ist eine Einladung, über diesen endlosen Fluss von Materialität und Zeit nachzudenken.

 


Muzeum Susch App

Für weiterreichende Informationen zu den Künstlerinnen und Künstlern und Werken in der Ausstellung steht ab dem 29. Dezember 2018 die Applikation Muzeum Susch zu Ihrer Verfügung.


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