Musica Susch

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SUSCH

"Schau tief genug", schrieb der Philosoph Thomas Carlyle, "und du schaust in musikalischen Klängen. Das Herz der Natur ist Musik, überall - wenn du sie nur fassen kannst.”

Das Schweizer Selbstverständnis ist zutiefst geprägt durch Musik; Klänge, Musik und Rhythmen sind kulturübergreifend und gleichzeitig geografisch verankert. Was geschieht mit der Musik im Angesicht der Natur, in den Bergen? Das Verhältnis zur Natur, angesiedelt zwischen Widerspruch und Harmonie, war und ist ein wesentlicher Bezugspunkt ästhetischer Selbstbestimmungen. Musik trägt in sich die Kraft, eine natürliche Balance wiederherzustellen. ‹Personare› heisst hindurchklingen, Form entsteht aus dem Formlosen. Melodische und rhythmische Ordnungsstrukturen spiegeln das harmonische Spektrum der Natur.

 

 

Kammermusik war ursprünglich für die fürstliche ‘Kammer’, also den weltlich-repräsentativen Raum, bestimmt. Anders als im Orchester, arbeiten die Musiker in kleiner, begrenzter Besetzung instrumental an der virtuosen Erweiterung der musikalischen Mittel. Der Rahmen bestimmt den Inhalt, und der intime Raum die Wahrnehmung. Wenn wir von ’Ton’ sprechen, wird sowohl Klang als auch Materie aktiviert. Wenn Bilder im Kopf entstehen und der Raum zum Klangkörper wird, wird die Musik zum verbindenden Element der physischen und intellektuellen Erfahrung von Zeit, Ideen und Zusammenhängen. Musica Susch möchte diesen Klanglinien folgen und mit diesem einzigartigen Angebot im Engadin zwischen Tradition und neuen Entwicklungen vermitteln – ‘Hochkultur in Hochnatur’ wie jüngst ein Bericht über die Aktivitäten des Museums im ZDF / 3SAT titelte.

Mit einer Serie von 6 Kammerkonzerten im Jahr soll eine neue Tradition begründet werden, die das Genre belebt und neue Zielgruppen über die Grenzen des Engadins hinaus anspricht. Mit der Serie wollen wir uns auf Erkundungspfade begeben - im Auditorium des Muzeum Susch mit dem Ausblick auf die alpine Landschaft und auf dem Fundament der alten Klostermauern, mit einer Auswahl herausragender Ensembles, ausgewogen zwischen etablierten („bekannten“) und neuen/jungen Ensembles.

In Anbetracht der erweiterten Rolle, die Museen heutzutage für Forschung und Lehre spielen, engagieren wir uns für die Schaffung von Inhalten jenseits des Ausstellungsbetriebs, ein "Museum plus", das geprägt wird durch die Ergebnisse dieses breiten Engagements und der interdisziplinären Zusammenarbeit und einen einzigartigen Rahmen schafft, in dem neue Ideen gefördert werden. Hier hoffen wir mit der Einbeziehung von Musik in das Rahmenprogramm auf eine Erweiterung des Publikums und des Bezugsraums, in dem wir uns in Susch verorten.

Das Programm orientiert sich entlang dem grossen Kanon der Streichquartett-Literatur und zum Auftakt laden wir zu einem Abend mit dem Szymanovsky Quartet ein, am 4. Januar 2020 um 18 Uhr.

Das Programm des Abends können Sie hier herunterladen; die Karten kosten 50 CHF und können vorbestellt werden per Email unter info@muzeumsusch.ch oder sie sind an der Abendkasse erhältlich. Da die Platzzahl begrenzt ist, empfehlt sich eine Vorbestellung.

Die Konzertreihe wird massgeblich unterstützt von der Art Mentor Foundation Luzern.



↘ Programm