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Zofia Kulik

Ethnic Wars. Large Vanitas Still Life (1995/2017)

Zofia Kulik wurde 1997 als Vertreterin Polens an der 47. Biennale in Venedig ausgewählt und sie beschrieb die Inspiration für ihre geplante Präsentation wie folgt: ‘Vor zwei Jahren waren im Fernsehen immer wieder Luftaufnahmen der Orte von Massentötungen in Serbien zu sehen. Der Schnee war dunkel geworden und enthüllte die Leichen, Ausgrabungen brachten Schädel zum Vorschein. Was ich beobachtete, war, dass diese Berichte - nicht nur bei den Aufnahmen aus Jugoslawien - ausnahmslos eine merkwürdige Beziehung zwischen der Darstellung dieser Opfer eines ethnischen Krieges und der begleitenden Szene weinender verzweifelter Frauen aufwiesen’.

Am Ende hat Kulik diesen Bezug nicht für ihre Installation im polnischen Pavillon aufgenommen. Später vollendete sie jedoch eine Arbeit, in der ein blosser Schädel auf mehrere Dutzend individuell gemusterte Schals gelegt und fotografiert wurde; sie materialisierte damit eine sehr persönliche Interpretation der ihr vermittelten Erfahrung der Jugoslawienkriege, die zur gleichen Zeit von vielen in Europa geteilt wurde.

Im Gegensatz zu den meisten Werken von Kulik verwendet Ethnic WarsFarbe, die jedoch, wie für ihre Praxis durchaus typisch, aus dem authentischem Quellenmaterial stammt, den Kopftüchern, die die Künstlerin anhand von Geometrie und Wiederholung strukturiert hat: vor diese individualisierten, rhytmischen «Kulissen» wird der Schädel als wiederkehrendes, anonymes Element gesetzt. In dieser Verbindung thematisiert Kuliksowohl die Ausmaße der Gräueltaten des Krieges als auch der Anonymität seiner Opfer und der Individualität der Hinterbliebenen und ihrer Schmerzen.



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