Disputaziuns Susch › Über Disputaziuns Susch

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SUSCH

Um über die Ausstellungen Im Muzeum hinaus einen gemeinsamen Diskussionsraum zu schaffen, ist bereits als ein Vorläufer des Ausstellungsprogramms das jährliche Konferenzprogramm, DISPUTAZIUNS SUSCH geschaffen worden, das Wissenschaftler*innen, Schriftsteller*innen, Künstler*innen und Wissenschaftler*innen für ein Wochenende im Jahr für Gespräche und Vorträge in Susch zusammenbringt. Die erste Ausgabe im Jahr 2017, Zu Reformation und Denkstandards (anlässlich des 500. Jahrestages von Martin Luthers Fünfundneunzig Thesen oder Disputationen über die Macht der Ablässe, die im Oktober 1517 an Albert von Brandenburg, den Mainzer Erzbischof, geschickt wurden), war eine Einladung zur Debatte darüber, was im frühen 16. Jahrhundert geschah, als Konzepte von Magie, Wundern und göttlicher Intervention als Erkenntnistheorien nicht mehr mit der aufkeimenden intellektuellen Integrität der Zeit in Einklang standen. Die Ausgabe 2018, Do They Dream of Electric Sheep?, stellte Überzeugungen in Frage und überprüfte Annahmen über Künstliche Intelligenz und deren mögliche Anwendungen, Implikationen und Konsequenzen in Bezug auf Wirtschaft, Kultur, Ethik und Glaubenssysteme. Eine geladene Expert*innengruppe diskutierte die mystischen Aspekte sowohl technologischer als auch künstlicher Machtstrukturen sowie die bestehende Gefahr des Übertragens von Geschlechter- und Machtungleichgewichten von der physischen auf die digitale Ebene. Im Jahr 2019, versammelten sich unter dem Titel Die Zauberer vom Berg Wissenschaftler*innen und Künstler*innen in Susch, um an den 90. Jahrestag der Davoser Disputation 1929 zu erinnern, wo das Aufeinandertreffen von Ernst Cassirer und Martin Heidegger eine "kontinentale Spaltung" (Peter E. Gordon) in der westlichen Philosophie markierte und kommende große philosophische Debatten einleitete. 90 Jahre später, in Susch, 40 Minuten von Davos entfernt,wieder in Zeiten der Orientierungslosigkeit, der Desillusionierung und mit zunehmenden radikalen Bewegungen konfrontiert, haben wir die Frage wiederholt, die die historische Debatte geleitet hat: Kann die Kritik der Vernunft zu einer Kritik der Kultur werden? Was bedeutet es, ein Mensch zu sein?

 

Das jährliche Konferenzformat ist öffentlich kostenlos zugänglich und alle Beiträge werden vollständig aufgezeichnet und im Nachhinein online zur Verfügung gestellt.