Muzeum Susch › Über MUZEUM SUSCH

→ MUZEUM
SUSCH

Eine Institution formiert sich

Geöffnet seit dem 2. Januar 2019

Im idyllischen Tal des Inn vor dem Panorama der Alpen, angesiedelt auf dem Gelände eines mittelalterlichen Klosters, hat das MUZEUM SUSCH seit dem 2. Januar seine Türen geöffnet: Ein Neuzugang in der Vielfalt experimenteller Orte für die Kunst, die in der malerischen Landschaft des Engadins Bezüge suchen und herstellen.

Das Ensemble, bestehend aus dem ehemaligen Pfarrhaus, sowie den Empfangs- und Wirtschaftshäusern war Teil eines ländlichen Klosters, das 1157 am Flüela Pass und damit am Pilgerpfad nach Rom und Santiago de Compostela, erbaut und im 19. Jahrhundert um eine Brauerei ergänzt wurde. Für das Museum werden diese existierenden Strukturen behutsam restauriert und rekombiniert mit neuen Anbauten zu einem inspirierenden Komplex für künstlerische Produktion und Vermittlung erweitert, dessen vielfältige Möglichkeiten die Besucher zu instruktiven Rundgängen einladen und Platz bieten für Ausstellungen und experimentelle Formen der Präsentation, Performances, Vorträge sowie ein Atelierprogramm.

MUZEUM SUSCH ist ein Ort für den diskursiven und erforschenden Charakter der Kunst in der Tradition der Kunsthalle als Experimentierfeld. Begründet von Grażyna Kulczyk, ist es spezifisch (allerdings nicht ausschließlich) geprägt von einem tiefen Verständnis für die Position von Künstlerinnen und verpflichtet sich der Suche nach matrilinearen Verbindungen in der Kunst und dem emotionalem Verständnis von oftmals ausgeschlossenen, übersehenen oder fehlinterpretierten Positionen. Das Museum wird in seinen Aktivitäten stärkere Anerkennung und Sichtbarkeit dieser Positionen suchen, die auch Grażyna Kulczyks Kunstsammlung geprägt haben mit ihrem Fokus auf konzeptuelle und feministische Kunst sowie Kunst aus Ost- und Mitteleuropa. Dieser Aspekt ist bisher unterrepräsentiert in der Museumslandschaft im wiedervereinten Europa und es wird eine der zentralen Qualitäten des Museums sein, das Kanonische wie auch die Marginalisierten neu zu definieren - nicht mit einer einzelnen, dominanten Stimme, die Hergebrachtes zum Schweigen zwingt, sondern als vielstimmige, einflussreiche Kraft, die jeweils anderen Stimmen Resonanz verschafft.

Permanente, ortsspezifische Installationen 

Gleichzeitig ein Ort der Kontemplation, Forschung und Intervention, wird MUZEUM SUSCH durch eine Reihe von permanenten, ortsspezifischen Installationen internationaler zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler definiert, die sich mit der Architektur und der idiosynkratischen Struktur des Ortes auseinandersetzen. Jedes dieser Kunstwerke spielt eine eigene Rolle in der Gestaltung des sich entwickelnden Charakters der Institution und des unverwechselbaren Layouts der Anlage, im besonderen auch im Dialog mit den Werken temporären Ausstellungen, die den Großteil des Gebäudes einnehmen werden. 

Eine der frühesten ortspezifischen Installationen im MUZEUM SUSCH ist eine 14m hohe Stahlkonstruktion, die sozusagen als die Wirbelsäule des Gebäudes im ehemaligen Eisturm der Brauerei aufragt - Monika Sosnowskas ‘Stairs’ (2017). Mirosław Bałka, Jarosław Kozłowski, Sara Masüger und Adrian Villar Rojas haben neue Installationen vor Ort geschaffen, während wegweisende Arbeiten von Magdalena Abakanowicz, Heidi Bucher, Zofia Kulik, Paulina Ołowska, Piotr Uklański und Joanna Rajkowska in spezifisch für sie arrangierten Räumen ein dauerhaftes Zuhause gefunden haben. Zukünftig wird sich die die Liste der permanenten Installationen im MUZEUM SUSCH erweitern.

Ein alpines Kloster

Die Wahrnehmung des Ortes und seiner Geschichten liefert mehrdeutige Interpretationsmöglichkeiten - sowohl religiös-klösterlich als auch naturbezogen/historisch. Die Schweizer Architekten Chasper Schmidlin und Lukas Voellmy wurden beauftragt, die bestehenden Strukturen nach der individuellen Vision der Bauherrin wiederherzustellen und zu erweitern. Das gesamte Projekt beruht auf einer tiefen Sympathie mit der Geschichte des Gebäudes, in dem mit minimalen architektonischen Eingriffen Raum für ein zeitgenössisches Kunstmuseum geschaffen wurde. Das Kloster als Ort der Produktion zu begreifen und dort diesen Raum für Reflektion zu schaffen, beides liegt in der DNA des Projekts. Die Natur begegnet einem dabei überall und sie durchdringt die Architektur vielerorts als ein Teil derselben.