Acziun Susch › Über ACZIUN SUSCH

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SUSCH

Seit 2004 unterstützt die Art Stations Foundation von Grażyna Kulczyk intensiv die Entwicklung der zeitgenössischen Choreografie, speziell durch ihr Performanceprogramm mit Sitz in Poznań, das international unter dem Namen Stary Browar Nowy Taniec / Old Brewery New Dance bekannt ist. Konzipiert und kuratiert von Joanna Leśnierowska, bietet das Programm der polnischen und internationalen Tanzgemeinschaft einen einzigartigen Treffpunkt in Mittelosteuropa - eine Plattform für Recherche, Kreation und choreographische (Selbst-) Reflexion, die die Kunst der Choreografie im Dialog mit anderen Disziplinen fördert und untersucht, ihre Geschichte, Theorie und Zukunft, ihre eigenen künstlerischen, aber auch politischen und sozialen Inhalte und Kontexte neu betrachtet und hinterfragt.

Eine als solche verstandene choreografische Praxis – der verkörperte Denkprozess in ständiger Bewegung – steht im Mittelpunkt von ACZIUN SUSCH. Politisch per se, ist eine solche diskursive Choreografie ständig damit beschäftigt, eingebürgerte und/oder aufgezwungene Weisen des Erfassens / Erlebens von Körper und Welt miteinander zu konfrontieren, um entgegengesetzte Sichtweisen und Wahrnehmungen zu schaffen. Eine Choreografie, die sich zwischen bildender Kunst und Tanz ansiedelt (und diesen Zwischenraum mutig erweitert), während sie ihr eigenes autonomes Territorium definiert, wird innerhalb von ACZIUN SUSCH ihren Ort und Präsenz finden.

Das Programm der Forschungsaufenthalte wird Raum für Reflexion und individuelle Praxis mit öffentlichen Proben, Workshops und Vorträgen kombinieren.

Joanna Leśnierowska

Joanna Leśnierowska ist Tanzkuratorin, Dramaturgin und Performerin; sie schrieb als erste professionelle Tanzautorin regelmäßige für die Zeitschrift „Didaskalia“, eine der führenden polnischen Theaterzeitschriften. Sie hat außerdem über polnischen Tanz in „Theater der Zeit“ (Berlin), „Dance Today“ (Israel) und „Dance Zone“ (Prag) veröffentlicht, Vorlesungen zur Choreografiegeschichte und -theorie an der Universität Posen und der Jagiellonen-Universität in Krakau sowie im Ausland Vorträge über polnischen Tanz und zeitgenössische Choreographie gehalten. 

2004 begründete sie im Rahmen der Art Stations Foundation by Grażyna Kulczyk das erste reguläre Zentrum für Tanz und Choreographie in Poznan, Polen. Hier stellt sie internationale Avantgarde-Choreograf*innen vor und unterstützt intensiv die Entwicklung polnischer Tanzkünstler*innen. In den Jahren 2011-14 war sie Mitglied des Beirats des Musik- und Tanzinstituts in Warschau. In der Saison 2018/19 kuratierte sie „widening the field“ - das choreografische Produktionsprogramm am Nowy Theater in Warschau. 

Seit 2019 ist Joanna Chefkuratorin von Acziun Susch - eines der Hauptprogramme des Muzeum Susch, das sich der zeitgenössischen Choreografie widmet. Parallel zu ihrer kuratorischen Arbeit ist Joanna als Dramaturgin und Performerin tätig. Sie arbeitet mit polnischen und internationalen Choreographen, entwirft eigene Werke und leitet internationale Kollaborationsprojekte in Europa sowie in Nord- und Südamerika.

Die erste Gastkünstlerin, die in Susch ein choreografisches Werk präsentiert, ist Maria Zimpel. Sie wird ‘Noish ~ [commotion in moderation]’ vorstellen, eine Performance in der der empfindsame Körper das Geräusch durch sich selbst filtert und im Raum den Zusammenbruch (ihres) Werdens verstärkt. Es gibt kein „Ich“ - das Selbst ist nur ein Zeuge. Musik intensiviert den Prozess, Tanz und Musik verflechten sich und alles, was wir sehen, ist die Vibration der Schale, niemals das Aufbrechen.

Diese Choreographie wurde von der Art Stations Foundation PL co-produziert und bei ihrer Premiere im Jahr 2016 als eines der interessantesten Werke von Aerowaves, der europäischen Plattform für Tanzprofis, ausgewählt.