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SUSCH

Christos Papadopoulos 'WATERLOO'

13. April - 19. April 2020

/ Forschungsresidenz

   

VERSCHOBEN

 

Das Werk von Christos Papadopoulos ist geprägt von Themenkomplexen, die ihn persönlich immer wieder beschäftigen, so zum Beispiel die rhythmischen Nuancen des Körpers oder Kollektivität auf der Bühne – nicht nur als eine Möglichkeit, Bewegungen im Kontext der Choreografie wahrzunehmen, sondern auch als Werkzeug, um verschiedene Naturphänomene reflektieren zu können. Seine choreografischen Ideen entspringen einer phänomenologischen Perspektive, wobei Christos Papadopoulos den Körper in den Mittelpunkt seiner Forschung stellt. Elemente wie Bühnenbild oder Kostüme werden auf ein Minimum reduziert, während Ton und Licht auf subtile Art und Weise den Verlauf seiner Stücke untermalen. Seine Sichtweise fordert häufig die Beharrlichkeit unseres Blickes und die Neuinterpretation unserer Art, Tanz oder sogar das «grosse Ganze» wahrzunehmen.

In Susch wird Christos Papadopoulos an seinem neuen Stück, das im Frühjahr 2021 uraufgeführt werden soll, arbeiten und untersuchen, wie unsere Wahrnehmung unsere Vorurteile speist. Er beginnt dabei mit der einfachen Frage: Ist unsere sensorische Wahrnehmung zuverlässig? – Und wenn nicht: Handelt es sich bei unserer Wahrnehmung um ein «Waterloo», das alle möglichen unerwarteten Situationen zulässt?

Und wenn «Täuschung» ein Grösse ist, die sowohl im Leben als auch in den darstellenden Künsten eine Rolle spielt, warum untermauern wir dann unsere sensorischen Urteile oft mit Vorurteilen und Stereotypen, die uns nur ermöglichen, eine scheinbar begrenzte Variante der uns umgebenden Realität wahrzunehmen? Wenn «Misserfolg» eine gültige Komponente in der Entdeckung des Unbekannten oder in der Suche nach einem Zugang zum Unerwarteten ist, könnten wir diese Besonderheit nutzen, um einen neuen Blick auf das gewohnte Tanzvokabular vorzuschlagen?

Neben der Forschungsresidenz werden wir das gefeierte Quartett OPUS von Christos Papadopoulos im Auditorium des Muzeum Susch vorstellen – zum ersten Mal überhaupt ausserhalb eines Theaterraums.

  


Christos Papadopoulos ©George Kotsifakis

 
 

Christos Papadopoulos ist derzeit einer der bekanntesten zeitgenössischen europäischen Choreografen und wurde vielfach ausgezeichnet. Er absolvierte 2003 die School for New Dance Development (SNDO) der Amsterdamer Kunstschule in den Niederlanden und 1999 die Dramatic School des griechischen Nationaltheaters. Er ist Gründungsmitglied der Tanzkompanie Leon and the Wolf. Zu seinen eigenen Projekten gehören: ION, Paris, 2017 / OPUS, Athen, 2016 / ELVEDON, Athen 201 / COUNTER RESET, Amsterdam 2003. Als Performer hat Christos an mehreren Tanzprojekten mitgewirkt, u. a. von Dimitris Papaioannou, Alexandra Waierstall (Noema Dance Company), Kirstin Kuyl Anderson (WEGO Tanzkompanie), Robert Stein. Zudem hat er als Choreograf für Theaterproduktionen gearbeitet. Christos Papadopoulos war Mitglied des Choreografenteams, das für die Eröffnungsfeier der Europaspiele in Baku 2015 und die Eröffnungs- und Abschlusszeremonien der Olympischen Spiele in Athen 2004 verantwortlich war. Seit 2013 arbeitet er an der Odeion Athinon Drama School (Athens Conservatoire) als Dozent für Choreografie, Komposition und Improvisation. Ausserdem hat er im auf vielen verschiedenen europäischen Festivals Workshops zu Technik, Komposition und Improvisation geleitet. Seine Stücke ELVEDON und OPUS wurden beide in der Prioritätenliste des Aerowaves-Netzwerks aufgeführt, das jedes Jahr die interessantesten europäischen Tanzaufführungen vorstellt. Das neue Werk WATERLOO wird von der Onassis Foundation in Athen und in Zusammenarbeit mit mehreren internationalen Partnern produziert und im Frühjahr 2021 während der Tanzbiennale in la Briqueterie in Paris uraufgeführt.